Samstag, 29. Oktober 2016

Physiotraining?

Ja, das gibts!

Und ich, das Zweibein, lerne das gerade!
Im August hatte ich ein Praxiswochenende. Zwei volle Tage krabbeln, kneten, streicheln, tasten, streichen, drücken, und gucken...

Fragt Ihr Euch gerade, was das ist, Physiotraining? Als erstes muss ich sagen: bitte nicht verwechseln mit Physiotherapie! Ich will und vor allem KANN nichts und niemanden therapieren - Sinn und Zweck dieses Teils meiner Ausbildung zur Hundegesundheitsberatin ist aber, dass ich die Basics der Anatomie des Bewegungsapparats von Hunden kenne, die damit verbundenen Krankheiten und, was bei der "Arbeit" mit Hunden diesbezüglich zu beachten ist.


Da ich in meiner Tätigkeit als Gesundheitsberaterin den Hund als Ganzes betrachten möchte, gehört es einfach dazu, dass ein Auge immer auch auf die körperliche Auslastung bzw Beschäftigung gerichtet ist, denn ein gelangweilter oder gar überlasteter Hund, ganz zu Schweigen von einem, der Schmerzen leidet, KANN nicht gesund sein...

Das heißt im Klartext: Ich lerne, bestimmte Problematiken zu erkennen und wie diese im Training zu berücksichtigen sind - alles natürlich in einem sehr engen Rahmen, wie gesagt, es soll ja nicht therapiert werden! Da ich aber sehr eng mit Tierärzten, Tierheilpraktikern, Tierphysiotherapeuten und Trainern zusammenarbeiten werde, kann ich so das Bindeglied zwischen allen sein.

Am oben erwähnten Wochenende konnte ich das das Gelernte zum ersten Mal in die Praxis umsetzen und live & in Farbe nicht nur etliche Hunde beobachten und Gangbilder analysieren, ich konnte sie auch abtasten und mir so ein ganz eindrucksvolles Bild von verschiedenen Muskeltypen, Hundefiguren, Knochenstrukturen, Haarkleidern etc machen. Bisher hatte ich ja größtenteils (einen) kurzhaarige(n) Hund(e) zu Übungszwecken... 
Die gesammelten Mitgleider eines Obedience-Kurses stellten sich uns zur Verfügung und vom Sheltie über den Jack-Russel bis hin zu Schäferhund und Riesenschnauzer war alles vertreten, jede Größe, jedes Alter! Es war faszinierend, WAS man alles erfühlen kann, man kann z.B. spüren, auf welcher Seite ein Hund öfter geführt wird!
Kleiner Tipp am Rande: wechselt regelmäßig die Seite, auf der Euer Hund läuft und denkt bei Bewegungsübungen (z.B. "drehDich" oder umrunden von Gegenständen etc) auch stets daran, beide Seiten gleichmäßig zu belasten...
Neben dem Beobachten und Abtasten der Mitglieder des Obedience-Vereins erwartete mich aber noch ein ganz spezieller Hund - MEIN "Trainigspartner" bzw mein erster "Schüler"! 

Lulu bei der "Palpation"
Lulu war eine kleine, weiße, flauschige Hündin im besten Alter mit kleineren Problemen, die ich "bearbeiten" sollte. Ich musste einen Trainingsplan erstellen und diesen mit den Haltern besprechen, die Übungen erklären und das Training gleich vor Ort beginnen.
Wichtig war hier, neben der richtigen Herangehensweise bzgl. Trainings und der Durchführung der einzelnen Übungen natürlich auch, wie ich mich im Kundenkontakt so anstelle. 



Wir "üben"
Ich sage Euch, das mit dem Training an sich war ein Klacks (da kann ich mich ja auf Anatomie und medizinisches Hintergrundwissen verlassen ;-) ) aber das Gespür für den Umgang mit Kunden - das muss ich noch ein klein wenig verfeinern - ich hatte mega Glück, dass ich junge, nette, flexible Kunden hatte ;-) 
Mit einer 80-jährigen Halterin hätte ich mich nicht einfach auf den Boden des Platzes hocken können... Und sie hätte sicher auch nur die Hälfte von dem behalten, was ich erzählt habe... 
Fräulein Punkt hilft mit...
Aber gut, genau dafür waren wir ja da - in der abschließenden Analyse wurde alles besprochen, sowohl die guten als auch die weniger guten Dinge - eins kann ich aber sagen: die weniger Guten werden nie wieder passieren - die "Fehler" habe ich mir eingeschärft! 
Rücksicht auf Alter/körperliche Möglichkeiten des Kunden nehmen, erklärte Übungen vom Kunden wiederholen lassen, nicht zu viel Input in eine Stunde packen und vor allem: NIEMALS "werten"! Das passiert aber leider sehr schnell ;-) Mir jedenfalls - daran arbeite ich - denn genauso wenig, wie ich subtile Bemerkungen hören möchte, möchte das ein Kunde! 
Das Schwierige daran? Ich mache das unbewusst und noch schlimmer - ohne, dass ich es merke oder gar böse meine... Ähm... ja... wie gesagt, ich arbeite daran!

Wenn wir schon mal Geräte zur Verfügung haben...

Im Nachhinein weiß ich heute, dass Lulu und ihre Besitzer super gearbeitet und meine Trainingsvorschläge umgesetzt haben, die Probleme wurden gelöst bzw verbessert und ich bin froh, dass ich dieses Praxistraining hatte - es hat mir sehr viel gebracht und mich für die Zukunft, vor allem für den Umgang mit Kunden, geschult. 

Umsetzen konnte ich meine neuerlernten Fähigkeiten auch gleich im Folgemonat beim hier bereits beschriebenen Degility-Seminar, auch da gab es ja eine Probestunde mit Kunden, und ich konnte mich gleich mal in der Praxis ausprobieren!
Apropos Degility - das wird wohl mein hauptsächliches Tätigkeitsfeld sein in Bezug auf das Physiotraining:
 - Bewegung - auch für alte, kranke oder gehandicapte Hunde! Es wird Senioren-Spaziergänge, Muskeltraining im Alltag und eben Degility geben (plus ein oder zwei Sachen, die ich zu späteren Zeitpunkten bekannt gebe ;-) ) - das liegt mir, das kann ich authentisch rüberbringen und dabei werden alle Spaß haben!

Aber jetzt mal zu Euch! Erzählt - gibt es einen Hundesport, den Ihr mal ausprobieren wollt oder etwas in Bezug auf Bewegung, was Ihr mit Eurem Vierbeiner schon immer mal machen wolltet?





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