Samstag, 8. November 2014

Von Würmern und anderem Getier - Teil 5: Demodex-Milben

Sicher nicht so häufig, wie Flöhe oder Zecken, dafür aber umso lästiger sind Demodex-Milben, medizinisch korrekt: Demodex canis (vor allem sie, ist aber nicht die Einzige), eine Haarbalgmilbe. Sie verursacht die canine Demodikose.

An sich auf jedem Hund vorhanden, kann sie, bekommt sie die Chance sich ungehindert zu vermehren, zu einem wirklichen Problem werden.


Erstes Anzeichen für eine Demodikose ist meist stellenweiser Haarausfall, an diesen Stellen kann sich im weiteren Verlauf eine erhöhte Talgproduktion und Schuppenbildung zeigen.

Es gibt zwei Verlaufsformen - die lokale (örtlich begrenzte) und die generalisierte (größere Flächen oder ganze Körperteile) Demodikose.

Es können sowohl junge Hunde als ältere Tiere (ab 2 Jahren) erkranken, allerdings ist beim Junghund, im Gegensatz zum Älteren keine Schwächung des Immunsystems (durch bspw. andere Krankheiten) der Auslöser, sondern die Milben wurden bereits beim Säugen von der Mutter auf die Welpen übertragen. Bei älteren Hunden muss neben der Bekämpfung der Milben an sich auf jeden Fall untersucht werden, was das Immunsystem geschwächt hat, sollte der Auslöser noch nicht bekannt sein.

Leider tritt bei beiden Formen oftmals eine sogenannte Sekundärinfektion durch Bakterien auf, die verschiedenartige Symptome verursachen kann, z.B. Entzündungen des Haarbalgs oder starke Verhornung.

Diagnostiziert wird die Demodikose durch Nachweis lebender Milben in den Haarfollikeln. Hierzu wird entweder ein (tiefes) Hautgeschabsel entnommen, ein herausgezogenes Haarbüschel untersucht, Haarfollikel "entleert" (ausgedrückt) oder eine Biopsie vorgenommen. Diese Methoden eignen sich von Rasse zu Rasse unterschiedlich gut oder schlecht (je nach Hautdicke).

Leiden Junghunde unter einer lokalen Demodikose, so stehen die Chancen für eine Spontanheilung (ohne Behandlung) sehr gut, ob eine Behandlung hier sinnvoll ist, ist sehr umstritten und sollte für jeden Fall einzeln abgeschätzt werden. Es sollte aber auch hier ein Auge auf die Verhinderung einer Sekundärinfektion geworfen werden.

Bei einer großflächigen Ausbreitung der betroffenen Areale aber muss immer behandelt werden!

Hierzu stehen je nach Schwere der Demodikose und dem Allgemeinzustand des Hundes verschiedene Mittel zur Auswahl - von Cremes, Lösungen und Shampoos über Spotons und Salben bis hin zu Tabletten gibt es unterschiedliche Ansätze, die mit dem Tierarzt/Tierheilpraktiker zusammen ausgewählt werden sollten. Wichtig ist bei älteren Tieren der Aufbau des Immunsystems, um eine erneute Infektion zu vermeiden.

Eine Behandlung ist in jedem Falle langwierig und nur, wenn bei 2 Proben, im Abstand von 3-4 Wochen keine Milben mehr nachgewiesen werden können, kann über die Beendigung der Medikation gesprochen werden.

Eine Übertragung auf Menschen oder andere Tiere (auch von Hund zu Hund) ist übrigens auszuschließen, hier droht also keine Gefahr.

Eventuell ist Euch bereits aufgefallen, dass ich beim Thema Erkrankungen keine Bilder zeige - dies liegt leider daran, dass sämtliche Bilder im Netz geschützt sind und ich (glücklicherweise) keine eigenen habe - aber gucken im Netz ist nicht verboten, von daher muss ich Euch leider an Eure bevorzugte Suchmaschine verweisen. Bitte nicht böse sein...

Im 6. und vorerst letzten Teil der Parasiten-Reihe wird es um Giardien gehen.




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